Geduldsflasche

In der Sammlung des Kreismuseums befindet sich 2-etagiges Eingericht, das in Heimarbeit hergestellt wurde. Eingerichte oder auch Geduldsflaschen sind modellhafte Darstellungen von Szenen aus dem Alltag oder mit religiösem Kontext, die mit Pinzetten, Nadeln und Drähten durch den Flaschenhals in Flaschen gebracht wurden. Die ältesten Stücke entstanden bereits im 17. Jahrhundert und stammen meist aus dem Allgäu, Erzgebirge sowie Böhmen und Mähren, wo Bergleute sie zur Aufbesserung des Haushaltseinkommens herstellten.

Die Geduldsflasche aus der Sammlung unseres Museums zeigt in der unteren Etage die Geburt Christi. Maria hält das Christkind auf einem Tuch und zeigt es Josef. Daneben steht ein Hirte mit seinen Tieren, der auf einen Engel links von einem Stern stehend schaut. Im Hintergrund sind die heiligen 3 Könige zu sehen.

In der oberen Etage ist die Kreuzigung Christi dargestellt. Im Hintergrund sind 3 gekreuzigte Männer zu sehen, in der Mitte Jesus Christi mit der Inschrift INRI und einem Totenschädel mit gekreuzten Gebeinen am Kreuz. Links und rechts vom Kreuz stehen zwei Frauen, eine davon vermutlich Maria. Vor dem Podest mit den Gekreuzigten stehen Lanzenträger in bergmännisch anmutenden Gewändern, links und rechts der beiden stehen Tulpen. Im Vordergrund eine Säule mit einer Taube obenauf. Vor der Säule eine unbekannte Szene, 2 Frauen und 1 Mann spielen ein Würfelspiel. Die Geduldsflasche wurde um 1850 gefertigt und kam 1905 ins Museum.