Rechenmaschinen in der Sammlung des Kreismuseums
In der Sammlung des Kreismuseums befinden sich zahlreiche Rechenmaschinen, mit denen einfache mathematische Berechnungen mechanisch ausgeführt werden konnten. Die erste schriftlich erwähnte Rechenmaschine stammt von Wilhelm Schickard aus dem Jahr 1623, die erste nachweislich konstruierte Maschine stammt von Blaise Pascal aus dem Jahr 1645. Beide Maschinen konnten Rechenaufgaben lösen, waren jedoch nicht alltagstauglich, da ihre Funktionsweise und Handhabung noch sehr sperrig waren. Erst Phillip Hahn gelang es 1770 eine alltagstaugliche Rechenmaschine herzustellen.
Zu den Rechenmaschinen in der Sammlung gehören unter anderem die „Continental 8“ sowie die Tischrechenmaschine „Melitta“, die beide im CKB eingesetzt wurden. Sowohl die Continental 8 als auch die Melitta wurden durch eine Handkurbel bedient und stehen auf jeweils vier Füßen.
Das Gehäuse der Continental 8 ist schwarz, die Tasten schwarz, weiß und rot, der Untergrund des Tastaturfeldes ist grün. Auf der Frontseite befinden sich der Herstellername und -logo: „Wanderer Werke Siegmar Schönau“, darüber eingeritzt: Hauptbuchhaltung. An der Seite der Kurbel befindet sich ein Inventuraufkleber „Volkseigentum VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld“, darunter ein weiterer Inventuraufkleber „VEB Chemiekombinat Bitterfeld“. Auf der Rückseite in Druckschrift „Continental“, auf dem Fuß die Seriennummer „P 66346“. Die Maschine wurde am 20.01.1981 dem Kreismuseum durch das CKB übereignet.
In das zweite Gerät ist auf der linken Seite der Name "Melitta" eingeprägt. Auf der Rückseite der schwarz lackierten Maschine befindet sich die Herstellerplakette mit Angaben zum Modell (V/16) und zur Seriennummer (68760). Darüber das in der DDR vom Deutschen Amt für Messwesen und Warenprüfung (DAMW) vergebene Gütezeichen: Der Buchstabe S in einem Dreieck darunter 32 204 1007. Das S im Dreieck bedeutet: Sonderklasse für sehr gute Qualität (Vorläufer des Gütezeichen Q bis Anfang der 1960er-Jahre. Bis 1926 wurde die Melitta-Sprossenradmaschinen von den Mercedes-Werken in Zella-Mehlis in Thüringen hergestellt bis sie an die Fa. Carl Walther in Zella-Mehlis abgeben wurden, die sich neben der Waffenproduktion einen neuen Produktionszweig aufbauen wollte. Walther vertrieb bis zur Zerstörung der Walther-Werke 1945, die Rechenmaschinen bei Mercedes unter dem Namen "Melitta". Der Wiederaufbau der Walther-Werke fand in Niederstotzingen in Württemberg statt, während in Zella-Mehlis ehemalige Walther-Mitarbeiter im August-Bebel-Werk mit der Produktion von Walther-Rechenmaschinen unter dem Namen Melitta begannen. Kurze Zeit später wurde diese Produktion in das Fortuna - Schreibmaschinenwerk nach Suhl verlagert, wo die Maschinen in einer eigenen Linie auch weiterentwickelt wurden. Das Objekt kam 2005 ins Museum






